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title: "Bezahlt pro Lizenz, genutzt pro Aufgabe"
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30\. Juli 2026 · [KI](https://bitvaria.com/category/ki/)  · 7 min read

# Bezahlt pro Lizenz, genutzt pro Aufgabe

300 bezahlte Copilot-Lizenzen sind keine 300 Nutzer. Was Microsofts eigene Reports als "aktiv" zählen, was die oft zitierte 20-30-Prozent-Zahl wirklich misst, und warum sie die Lücke eher unter- als überzeichnet.

![300 bezahlte Copilot-Lizenzen sind keine 300 Nutzer. Was Microsofts eigene Reports als "aktiv" zählen, was die oft zitierte 20-30-Prozent-Zahl wirklich misst, und warum sie die Lücke eher unter- als überzeichnet.](https://bitvaria.com/_astro/bezahlt-pro-lizenz-genutzt-pro-aufgabe.CQk8m9at.jpg)

> **Bezahlt pro Lizenz, genutzt pro Aufgabe.**
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> Eine Lizenz kostet unabhängig davon, ob sie genutzt wird. Berichten zufolge sind nur 20 bis 30 Prozent der bezahlten Microsoft-365-Copilot-Lizenzen wöchentlich aktiv, und schon “aktiv” ist großzügig definiert: eine einzige beabsichtigte Aktion pro Woche reicht. Der eigene Admin-Report misst mit derselben Definition. Ob eine Lizenz Aufgaben erledigt oder nur einmal pro Woche angefasst wird, steht in keinem Standard-Report. Messbar ist es trotzdem, mit den eigenen Nutzungsdaten.

Verkaufte Lizenzen meldet jeder Anbieter gern, in Millionen und mit Wachstumsraten. Genutzte Lizenzen meldet keiner. Und auf der Rechnung kosten beide dasselbe: pro Kopf, pro Monat, im Voraus.

## Zwei Rechnungen, eine Lücke

Microsoft, wie die meisten Anbieter von KI-Assistenten, verkauft pro Kopf und Monat. Der Preis gilt unabhängig davon, ob die Person die Lizenz einmal am Tag oder einmal im Quartal öffnet. Das ist kein Zufall, sondern das Geschäftsmodell: Die Marge entsteht aus der Differenz zwischen der Pauschale und dem tatsächlichen Verbrauch. Wenig genutzte Lizenzen sind für den Anbieter die profitabelsten.

Das Gegenmodell wäre Abrechnung nach Verbrauch, wie bei den zugrundeliegenden Modell-APIs. Keine Verschwendung durch Nichtnutzung, dafür schwankende Kosten von Monat zu Monat. Fast jedes Unternehmen kauft heute trotzdem Seats, nicht Verbrauch, weil Pauschalen einfacher zu budgetieren sind. Genau diese Einfachheit versteckt die Lücke.

## Was berichtet wird

Auf der Verkaufsseite ist die Zahl eindeutig: Microsoft meldete im Januar 2026 weltweit 15 Millionen bezahlte M365-Copilot-Lizenzen, ein Plus von 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und schon Ende 2024 nutzten nach Microsofts eigener Aussage knapp 70 Prozent der Fortune-500-Unternehmen Copilot.

Auf der Nutzungsseite wird es unschärfer. Presseberichte taxieren den Anteil der wöchentlich aktiv genutzten unter den bezahlten Lizenzen auf 20 bis 30 Prozent; eine auditierte Primärerhebung steht hinter dieser Spanne nicht. Einer Erhebung von Recon Analytics zufolge fiel Copilots Anteil unter den zahlenden KI-Abonnenten in den USA von 18,8 Prozent im Juli 2025 auf 11,5 Prozent im Januar 2026. Beide Nutzungszahlen sind Presse- bzw. Analystenangaben, keine eigenen Messungen, und sollten auch im Gespräch so gekennzeichnet bleiben; alle Fundstellen stehen am Ende des Beitrags.

Dass das Problem real ist, bestätigt indirekt Microsoft selbst: Im Dezember 2025 senkte der Konzern die Preise im SMB-Segment, und mit “Frontier Company” läuft ein milliardenschweres, mehrere tausend Mitarbeitende starkes Programm, das Kunden aus der Pilotphase in echte Nutzung holen soll. Ein Anbieter investiert nicht in ein Programm dieser Größe gegen ein Problem, das er für klein hält.

## Was “aktiv” in diesem Report heißt

Der M365 Admin Center Report unter Reports → Usage → Copilot zeigt Enabled Users gegen Active Users, pro Anwendung, mit Zeitfenstern von 7 bis 180 Tagen. Die Definition von “aktiv” ist dabei die schwächstmögliche: mindestens eine beabsichtigte Copilot-Aktion im gewählten Fenster. Eine einzige solche Aktion zählt. Ob daraus eine erledigte Aufgabe wurde, zeigt der Report nicht.

Sinnvoller lässt sich Nutzung als Treppe mit vier Stufen denken: aktiviert, dann aktiv im Sinne von Microsofts Definition (mindestens einmal im Monat), dann habituell (wöchentlich), dann wertschöpfend. Die zitierten 20 bis 30 Prozent sitzen auf der dritten Stufe von unten. Wie groß der Anteil ist, der tatsächlich die vierte Stufe erreicht, misst keine der öffentlich zitierten Zahlen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass er größer ist als die Basis, auf der er aufbaut.

## Aktiv ist nicht erledigt

Die Active-User-Quote legt einen einfachen Zustand nahe: Eine Lizenz wird genutzt oder eben nicht. Die Realität ist feinkörniger. Eine Lizenz kann “aktiv” sein und trotzdem kaum Wert erzeugen: einmal pro Woche eine Zusammenfassung angefordert, das Ergebnis überflogen, die Aufgabe danach wie immer von Hand erledigt. Im Report zählt das als Nutzung. Ob aus der Aktion eine erledigte Aufgabe wurde, zählt nirgends.

Das hat eine unbequeme Folge für jede Maßnahme, die allein auf die Active-User-Quote zielt. Mehr Klicks heben die Quote, ohne dass sich am eigentlichen Ziel, erledigten Aufgaben, etwas ändert. Eine Zahl, die auf dem Papier besser aussieht, kann trotzdem dieselbe Lücke verstecken wie vorher.

## Was das für Ihr Unternehmen bedeutet

Die berichteten 20 bis 30 Prozent sind ein Branchendurchschnitt, bei dem eine einzige Aktion pro Woche als Nutzung zählt, keine Aussage über ein einzelnes Unternehmen. Der eigene Admin-Center-Report ist der erste ehrliche Schritt, weil er die eigene Zahl statt einer Branchenschätzung liefert. Er bleibt dabei trotzdem auf derselben schwachen Definition von Nutzung stehen: Er zeigt, wer geklickt hat. Er zeigt nicht, welcher Anteil der Klicks zu einer erledigten Aufgabe wurde, welche davon Routine sind und auf einem günstigeren Modell genauso gut liefen, oder was derselbe Umfang nutzungsbasiert kosten würde.

Ohne die eigene Zahl bleibt jede Diskussion über KI-Lizenzkosten eine Diskussion über fremde Umfragen. Mit ihr lässt sich zumindest die erste, unterste Frage beantworten: Wer hat die Lizenz überhaupt geöffnet.

Eine Frage bleibt dabei offen, und sie ist in vielen deutschen Unternehmen die schwierigere: Wie lässt sich Nutzung überhaupt auswerten, ohne die Mitbestimmung zu übergehen. Dazu mehr in einem der nächsten Beiträge dieser Reihe.

## Häufige Fragen

**Wie viele der bezahlten KI-Lizenzen werden tatsächlich genutzt?** Presseberichte taxieren den Anteil der wöchentlich aktiv genutzten unter den bezahlten Microsoft-365-Copilot-Lizenzen auf 20 bis 30 Prozent. Eine auditierte Messung steht hinter dieser Spanne nicht, und “aktiv” heißt dabei nur: mindestens eine beabsichtigte Aktion pro Woche. Der Wert für ein konkretes Unternehmen kann darüber oder darunter liegen und lässt sich nur mit den eigenen Nutzungsdaten bestimmen.

**Was zählt bei Microsoft 365 Copilot als “aktive” Lizenz?** Im Admin Center gilt ein Nutzer als aktiv, sobald er im gewählten Zeitfenster mindestens eine beabsichtigte Copilot-Aktion ausgeführt hat, üblicherweise rollierend über 7, 28, 90 oder 180 Tage. Eine einzige beabsichtigte Aktion im Zeitfenster reicht für den Status “aktiv”. Der Report sagt damit nichts darüber aus, wie oft, wofür oder mit welchem Ergebnis eine Lizenz genutzt wird.

**Warum reicht der Admin-Center-Report allein nicht als Antwort?** Der Report zeigt, wer geklickt hat. Er zeigt nicht, welche Aufgaben dabei erledigt werden, welcher Anteil davon Routine ist, was derselbe Umfang nutzungsbasiert kosten würde, oder welche Daten dabei wohin fließen. Er misst die unteren Stufen einer mehrstufigen Nutzungstreppe, nicht den tatsächlichen Wert.

## Quellen

-   **15 Millionen bezahlte Copilot-Lizenzen (Januar 2026):** Microsoft-Angabe aus dem FY26-Q2-Earnings-Call, dokumentiert bei [Office 365 for IT Pros](https://office365itpros.com/2026/01/30/microsoft-fy26-q2-results/) und auf Deutsch bei [SharePoint360](https://sharepoint360.de/microsoft-verkuendet-15-millionen-abonnierte-m365-copilot-lizenzen/).
-   **Knapp 70 Prozent der Fortune 500 (Ende 2024):** [Microsofts eigene Ignite-Ankündigung](https://blogs.microsoft.com/blog/2024/11/19/ignite-2024-why-nearly-70-of-the-fortune-500-now-use-microsoft-365-copilot/).
-   **20 bis 30 Prozent wöchentlich aktiv:** mehrfach zitierte Presseschätzung ohne auditierte Primärerhebung, z. B. bei [ValueAdd VC](https://valueaddvc.com/blog/microsoft-copilot-enterprise-adoption-what-the-data-shows-about-real-usage-vs-hype).
-   **18,8 auf 11,5 Prozent Anteil unter zahlenden KI-Abonnenten (USA):** [Recon Analytics, “AI Choice 2026”](https://www.reconanalytics.com/ai-choice-2026-why-licenses-dont-equal-adoption/), Umfrage mit über 150.000 Befragten.
-   **Preissenkung im SMB-Segment (Dezember 2025):** [Computerworld](https://www.computerworld.com/article/4093224/).
-   **“Frontier Company” (2,5 Mrd. $, rund 6.000 Beschäftigte):** [CNBC](https://www.cnbc.com/2026/07/02/microsoft-commits-2point5-billion-6000-employees-ai-implementation-unit.html) und [TechCrunch](https://techcrunch.com/2026/07/02/microsoft-launches-its-own-ai-deployment-company-with-2-5-billion-commitment/).
-   **Admin-Center-Report und Definition von “aktiv”:** [Microsoft Learn](https://learn.microsoft.com/en-us/microsoft-365/admin/activity-reports/microsoft-365-copilot-usage).

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*Verwandt: [Residenz ist nicht Jurisdiktion](https://bitvaria.com/residenz-ist-nicht-jurisdiktion) und [Eigene KI-Modelle selbst hosten oder mieten](https://bitvaria.com/ki-modelle-hosten-oder-mieten).*

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