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Was ein Wechsel der KI-Lösung wirklich kostet
Die einfache Wechselrechnung vergleicht einen Preis pro Nutzer mit einem Preis pro Token. Das sind zwei verschiedene Dinge. Eine ehrliche Rechnung hat fünf Posten und keine feste Ersparnis.

Wer den Wechsel einer KI-Lösung durchrechnet, braucht fünf Kostenblöcke und einen festen Zeitraum, keinen Preis pro Nutzer gegen einen Preis pro Token.
Eine Ersparnis in Prozent oder eine feste Nutzerzahl für den Kostengleichstand lässt sich erst aus dem konkreten Fall ableiten. Wer sie vorher nennt, hat nicht gerechnet, sondern verkauft.
Die einfachste Wechselrechnung ist eine Gegenüberstellung: links der Lizenzpreis pro Nutzer und Monat, rechts ein Preis pro Million Token. Rechts steht eine kleine Zahl, also sieht der Wechsel günstig aus. Die Rechnung ist trotzdem unvollständig, und zwar auf beiden Seiten.
Zwei Dinge, die nicht dasselbe sind
Ein Token-Preis ist ein Tarif pro Menge. Was eine Modellanfrage kostet, ergibt sich erst aus den verbrauchten Mengen, getrennt nach Eingabe und Ausgabe. Eine Lizenz beschreibt eine Arbeitsumgebung: Oberfläche, Anbindung an Dokumente und Postfächer, Rechteverwaltung, Protokolle. Wer beides vergleicht, vergleicht eine Zutat mit einem Gericht.
Die Modellkosten sind nur einer von fünf Posten. Allein tragen sie keine Aussage über die Gesamtkosten. Was zählt, ist alles, was um das Modell herum bezahlt und geleistet werden muss.
Fünf Blöcke, die in die Rechnung gehören
| Block | Was hineingehört |
|---|---|
| Heutige Lösung | Tatsächlich gezahlte Preise statt Listenpreise, Laufzeit, nutzungsabhängige Posten, benötigte Zusatzprodukte |
| Einmaliger Wechsel | Einrichtung, Anbindungen, Datenaufbereitung, Einführung und der eigene Aufwand im Haus |
| Laufender Betrieb | Leistungsumfang je Bereich und Wissensquelle, vereinbarte Betriebsleistungen |
| Modellverbrauch | Gemessene oder ausdrücklich geschätzte Mengen, multipliziert mit den Preisen der vorgesehenen Modelle |
| Cloud und Zusatzleistungen | Grundkosten des Cloud-Kontos, Lizenzen, die bleiben, und individuelle Leistungen |
Der zweite Block fällt leicht aus dem Vergleich, weil er nur einmal anfällt und in keiner Monatsrechnung auftaucht. Der vierte lässt sich leicht überschätzen, weil er sich so bequem in eine einzelne Zahl gießen lässt.
Drei Rechenfehler, die den Vergleich verschieben
Lizenzen, die bleiben. Microsoft 365 Copilot setzt laut Microsofts Preisseite eine separate Lizenz eines berechtigenden Microsoft-365-Plans voraus. Wer nur die KI-Funktion ersetzt, spart die Copilot-Lizenz, nicht das Grundpaket. Die Rechnung muss wissen, welche Lizenzen nach dem Wechsel weiterlaufen.
Angerechnete Pilotpreise doppelt abziehen. Wird ein Pilot später auf den Betrieb angerechnet, ist sein Preis nur einmal bezahlt. In der Rechnung darf die Anrechnung deshalb nur an einer Stelle erscheinen: als Gutschrift auf den Betrieb oder als Abzug beim Piloten, nie an beiden. Wer sie zweimal ansetzt, rechnet die Ersparnis um genau diesen Betrag zu hoch.
Verschiedene Zeiträume. Ein Wechsel hat Kosten am Anfang und laufende Kosten danach. Die Kosten des ersten Betriebsjahres liegen deshalb höher als die eines späteren Jahres, sofern die laufenden Kosten gleich bleiben. Aufsummiert über den Zeitraum zählt nur die Summe. Beide Varianten müssen über denselben Zeitraum und mit demselben Betriebsbeginn gerechnet werden, sonst gewinnt die, deren Kosten später liegen.
Zwei Fälle, die verschieden ausgehen
Ohne konkrete Zahlen lässt sich der Unterschied an zwei Mustern zeigen. Es sind Denkfiguren, keine Kundenfälle.
Im ersten Fall nutzen viele Personen die KI gelegentlich, meist für Routine. Der Modellverbrauch ist niedrig und verteilt sich breit. Hier entscheiden mehrere Größen zusammen. Wie viel der Lizenz bleibt heute ungenutzt? Wie hoch ist der einmalige Wechselaufwand im Verhältnis zur Laufzeit? Und wie hoch sind die laufenden Kosten für Betrieb und Cloud, die auch bei geringem Verbrauch anfallen?
Im zweiten Fall nutzen wenige Personen die KI täglich und für anspruchsvolle Aufgaben. Der Modellverbrauch ist hoch und konzentriert, und teurere Modelle bleiben für einen Teil der Aufgaben sinnvoll. Hier kann eine Lizenz pro Kopf günstiger sein als eine Abrechnung nach Verbrauch.
Welcher Fall zutrifft, entscheidet die Nutzung im eigenen Haus. Deshalb gibt es keine Nutzerzahl, ab der ein Wechsel sich immer lohnt.
Was Sie vor der Entscheidung in der Hand haben sollten
Tatsächlich gezahlte Preise und ihre Laufzeit. Eine Liste der Funktionen, die Sie wirklich brauchen, und die Prüfung, dass beide Varianten sie abdecken. Gemessene oder klar als geschätzt markierte Nutzungsmengen. Ein gemeinsamer Zeitraum. Und die Regel, dass eine Ersparnis erst genannt wird, wenn diese vier Punkte stehen.
Wo die Nutzungsmengen fehlen, ist der erste Schritt keine Rechnung, sondern die Messung der eigenen Nutzung. Ohne sie bleibt jede Ersparnis eine Annahme.
Häufige Fragen
Welche Kosten gehören in die Rechnung für den Wechsel einer KI-Lösung? Fünf Blöcke: die heutige Lösung, der einmalige Wechsel, der laufende Betrieb, der Modellverbrauch sowie Cloud und Zusatzleistungen. Fehlt ein Block, ist der Vergleich nicht vollständig.
Gibt es eine Nutzerzahl, ab der sich ein Wechsel immer lohnt? Nein. Der Kostengleichstand hängt vom Leistungsumfang, vom Nutzungsverhalten und vom Zeitraum ab. Eine feste Zahl ohne diese Angaben ist eine Behauptung, keine Rechnung.
Warum reichen Token-Preise für den Vergleich nicht? Ein Token-Preis ist ein Tarif pro Menge, die Kosten einer Anfrage ergeben sich erst aus dem Verbrauch. Eine Lizenz beschreibt eine Arbeitsumgebung mit Anbindungen, Oberfläche und Verwaltung. Beides zu vergleichen, ohne den Funktionsumfang anzugleichen, verzerrt das Ergebnis.
Quellen
- Microsoft 365 Copilot setzt eine separate Lizenz eines berechtigenden Microsoft-365-Plans voraus (abgerufen am 24.09.2026): Microsoft, Preisseite Microsoft 365 Copilot
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